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Rettung bei Eiseskälte

27.03.2012

Ein wunderschöner, knackig kalter Januartag, -10° C. Bremen Nord, Vegesack. Ein entspannter Arbeitstag scheint vor uns zu liegen: Totholzschneiden im Stadtpark. Es ist herrlich ruhig, die Weser liegt vor uns, Sonnenaufgang. Die Baustelle wird eingerichtet, Seile eingebaut. Als ein Trupp von Gärtnerkollegen mit Häcksler und Arbeitsbühne anrückt, ahnen wir: Es ist vorbei mit der Idylle. Sie beginnen ein Stück entfernt von uns zu arbeiten, hinter einem Gebäude, so dass für uns nicht einsehbar ist, was bei Ihnen vor sich geht. Der Maschinenlärm verstummt allerdings recht schnell wieder, und als in unserer Frühstückspause immer noch nichts zu hören ist, fangen wir  an, uns ein wenig zu wundern: Was ist los bei den Kollegen? Die Frage klärt sich dann auch bald: Einer der Arbeiter kommt zu uns, bittet um Hilfe. Die Hydraulik der  Arbeitsbühne  scheint defekt: Der Korb -besetzt mit zwei Männern -  ist voll ausgefahren und nun nicht mehr zu bewegen, der Notablass funkt
ioniert nicht. Seit über einer Stunden harren die Arbeiter nun schon in der Kälte aus: Was tun?  Mein Vorschlag, die Männer aus dem Korb abzuseilen, stößt auf erleichterte Zustimmung. Also wird ein Seil eingebaut, die Rettungsbanane umgeschnallt, und hoch geht es in den Baum. Ich ankere mich mit dem System aus der Rettungsbanane, seile mich über eine Umlenkung zu den Kollegen in der misslichen Lage ab und  sichere mich am Korb kurz. Einer der beiden Männer bekommt einen Klettergurt, wird mit der Expressschlinge mit mir verbunden, ins Seilsystem übernommen und abgeseilt. Inzwischen ist endlich der Servicewagen eingetroffen, um den Defekt an der Arbeitsbühne zu beheben. Nach einer Weile gelingt dies auch, und der zweite Mann kann dann im Korb nach unten gefahren werden.
Für uns war dieses Erlebnis eine gute Übung, eine Rettung in einer ernsten, aber zum Glück nicht dramatischen Situation durchführen zu können: Die Männer im Korb waren unverletzt, nur die Kälte drohte langsam zum Problem zu werden. Die Gewissheit, dass das regelmäßige Üben von Rettungen seine Wirkung zeigt und uns Sicherheit gibt, haben wir nun. Gleichzeitig war es auch eine Erinnerung daran, dass man der Technik nur zu einem bestimmten Maß trauen darf. Die Ausbildung in der SKT ist streng reglementiert; beim Arbeiten mit Arbeitsbühnen besteht in dieser Hinsicht noch Nachholbedarf: Meiner Meinung nach sollte es Teil der Ausbildung beim Arbeiten mit Hubsteigern sein, sich im Notfall aus dem Korb abseilen zu können.
Alexander Grote
Ausbilder der Münchner Baumkletterschule